Wie entstehen Leitungswasserschäden und wie können Sie vorbeugen?

"/Wussten Sie, dass Leitungswasserschäden zehnmal häufiger als Feuerschäden auftreten? Den Sanierungsbedarf des Leitungswasser-Netzes schätzen wir auf mindestens 30 % der bestehenden Rohrleitungen.

Neben der Ursache Kalkgehalt im Leitungswasser resultieren eine Vielzahl von Leitungswasserschäden aus dem altersbedingten Verschleiß und der Abnutzung des Leitungswassersystems. Lochfraß und Korrosion verlaufen über Jahre ganz unbemerkt, die Rohre werden mehr und mehr geschwächt, bis an einzelnen Stellen die Rohrinnenwand bricht. Jeder zweite Leitungswasserschaden entsteht auf diese Weise.

Auffallend häufige Schadenursachen sind auch unsachgemäße Installationen, gestörte Betriebsbedingungen, mechanische Beschädigungen oder Frost.

Wie können Sie vorbeugen/Gefahren minimieren?

Grundvoraussetzung für einen einwandfreien Betrieb des Leitungswassersystems ist eine fachgerechte Wartung und Kontrolle.

Nützliche Tipps:

Wasserführende Anlagen wie Heizkessel, Boiler und Enthärtungsanlagen sollten regelmäßig (entsprechend der Wartungsvorschriften) von einer Fachkraft gewartet werden. Wassermelder alarmieren! Sie können ohne großen Aufwand an kritischen Stellen, z.B. unter die Badewanne gelegt werden. Einfach, aber wirkungsvoll – eine regelmäßige Überprüfung von Geräte-Anschluss-Schläuchen. Versprödungen lassen sich so leicht feststellen und schadhafte Schläuche  können umgehend ersetzt werden. Durch einfache Sicht-/Tastkontrollen freiliegender Rohre können Leckagen frühzeitig entdeckt werden und das Schadenausmaß lässt sich oft stark eingrenzen.

Manchmal reichen Kleinigkeiten oder einfache Dinge um große Schäden zu vermeiden:
Die Wassertemperatur sollte auf maximal 60 Grad eingestellt sein. Dies spart Heizenergie und reduziert Kalkabscheidungen und Korrosion in den Rohren. Selten genutzte Leitungen 1 x im Monat durchspülen, um lange Wasserstillstandzeiten zu vermeiden und die Bildung einer Schutzschicht zu fördern. Bei längerer Abwesenheit – Haupthahn im Haus schließen. Einhebelmischer behutsam schließen, um gefährliche Druckstöße bis zu 100 bar im Leitungsnetz zu vermeiden. Die Wasseruhr regelmäßig kontrollieren, um ggf. einen auffälligen Wasserverlust festzustellen. In diesem Fall schnellstmöglich eine Fachfirma heranziehen. Wasch- und Geschirrspülmaschinen nur unter Aufsicht betreiben.  Ablaufschläuche von Wasch-/Spülmaschine gegen Abspringen schützen  und wenn möglich fest installieren. Nützlich sind auch Aquastop-Systeme, die die Wasserzufuhr bei einem Defekt sofort unterbrechen. Badewannen, Waschbecken oder Eimer sollten niemals unbeaufsichtigt gefüllt werden. Heißes Öl oder Fett nicht in das Abwassersystem einleiten, da hierdurch Deformations- und Verstopfungsgefahr entsteht.

Präventionsmaßnahmen gegen Frostschäden

Gedämmte Räume oder Rohrisolierungen schützen die Rohrleitungen nicht automatisch vor Frostschäden. Dämmungen und Rohrisolierungen sind energetisch wertvoll, reichen aber als dauerhafter Frostschutz nicht aus. Heizen ist noch immer das beste Mittel gegen Frost.

Nützliche Tipps:

Alle Räume mit Wasserleitungen sollten beheizt werden, auch wenn diese Räume nicht regelmäßig genutzt werden. Die Frostschutzstellung am Ventil schützt nur den Heizkörper vor Frost. Entfernter gelegene Rohre sind hierdurch nicht geschützt. Ventile dürfen in der kalten Jahreszeit nie vollständig zugedreht werden. Mit ortsveränderlichen Frostwächtern oder elektrischen Rohrbegleitheizungen lassen sich Installationen in ungeheizten Räumen bis zu einem gewissen Grad schützen. Türen und Fenster im Speicher und Keller müssen während Frostperioden geschlossen gehalten werden. Leitungsisolierungen bringen nur Schutz bei kurzem, geringem Frost. Wasserführende Leitungen im Freien sind in der kalten Jahreszeit zu entleeren und abzusperren. Falls doch einmal Leitungen einfrieren sollten, nie mit offener Flamme auftauen, am besten mit heißen Tüchern, einem Haartrockner oder Wärmflaschen langsam auftauen; besser noch eine Fachkraft hinzuziehen. Ein Leitungswasserschaden kann zu einer nervlichen Zerreißprobe werden. Durch die Beachtung der vorgenannten Tipps lässt sich ein Leitungswasserschaden nicht vermeiden, das Risiko kann aber deutlich verringert werden.